- Bewegungsinitative für COPD-Patient:innen in sicherer Umgebung und mit ärztlicher Unterstützung
- ~10.000 Patient:innen seit dem Start
- Zehn Jahre Engagement für COPD-Patienten:innen
- Über 40 Veranstaltungen im Jahr 2026
Saskia Bolle, Miguel Cid-Bücken und Stephan Anhalt von Berlin-Chemie geben Einblicke in die Initiative und erläutern, was sie für Patient:innen besonders wertvoll macht.
COPD ist eine Erkrankung, die Menschen nicht nur körperlich einschränkt. Viele Betroffene ziehen sich zurück, meiden Gruppen und verlassen das Haus immer seltener aus Angst vor Luftnot, vor falschen Bewegungen oder vor dem Blick anderer. Hier setzt „Mein Atem, Mein Weg“ (MAMW) an: „Mit MAMW haben wir eine Plattform geschaffen, die es in dieser Form in Deutschland kein zweites Mal gibt. Es ist uns gelungen, Patienten aus ihrer Isolation herauszuholen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind", erzählt Miguel Cid-Bücken, Fachreferent Klinik & Fachärzte, Berlin-Chemie.
Seit zehn Jahren organisiert Berlin-Chemie diese Bewegungsinitiative. Was zunächst als Großstadtformat begann, wurde 2018 auf eine regionale Reihe mit kleineren Gruppen umgestellt und rückte dadurch näher an die Menschen und ihren Alltag heran. Rund 10.000 Erkrankte haben bislang teilgenommen. Auf Strecken von einem bis fünf Kilometern werden sie von Pneumolog:innen, MFA’s, PFA’s und Lungensporttrainer:innen begleitet, mit atemerleichternden Übungen und medizinischer Betreuung vor Ort. Das Entscheidende dabei ist, dass die Patient:innen diesen Weg gemeinsam mit anderen Betroffenen gehen, die wissen, wie sich die Erkrankung anfühlt. „Wir haben Patient:innen zu körperlicher Aktivität motivieren können und dabei den Austausch unter Gleichgesinnten gefördert“, erklärt Stephan Anhalt, Verkaufsleiter Berlin-Chemie.
So erleben sie einen ganz neuen Umgang mit COPD. In der Folge verabreden sich Patient:innen, die sich vorher nicht kannten, zu eigenen Spaziergängen. Auch Ärzt:innen, die gemeinsam mit ihrem Praxisteam vor Ort sind, erleben ihre Patient:innen so in einem neuen Kontext. Ein älterer Patient im Berliner Grunewald fing nach der Wanderung aus Dankbarkeit an zu weinen. Zwei Jahre lang hatte er das Haus für längere Wege oder Gruppenaktivitäten kaum verlassen, aus Angst vor einer Verschlechterung seiner COPD. Die Veranstaltung, sagte er, habe ihm den Weg in ein neues Leben eröffnet.
Diese sowie weitere Rückmeldungen haben die Initiative über die Jahre geprägt und verbessert. „Die gemeinsame Planung mit den Praxisteams und der direkte Kontakt mit Patienten machen deutlich, welchen bedeutenden Schritt Berlin-Chemie hier gegangen ist: Wir ermöglichen leitliniengerechte Bewegungsabläufe für COPD-Patienten in sicherer Umgebung. Dies ist ein wichtiger Schritt zu einem selbstbestimmteren Leben“, erzählt Saskia Bolle, Verkaufsleiterin Berlin-Chemie.
Das Interesse aus der Ärzteschaft bestätigt dies: Pneumolog:innen, denen das Wohl ihrer Patient:innen am Herzen liegt, sprechen das Team heute aktiv auf die nächste Veranstaltung an.
2026 geht MAMW in eine neue Runde: Von März bis November finden deutschlandweit 40 bis 50 Veranstaltungen statt. Denn Bewegung bei COPD bedeutet vor allem einen Schritt zurück ins Leben.